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Historie Elektrotherapie

Ein Blick in die Geschichte
Bereits den Griechen war die Wirkung der elektrischen Ladung bekannt, ohne daß von ihnen die Ursache dafür erkannt wurde. Geriebener Bernstein zieht kleine Gegenstände an (Thales von Milet, ca. 600 v. Chr.). Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Elektrizität begann erst im 18. Jahrhundert, und damit etwa 100 Jahre nach der Aufstellung der drei grundlegende Axiome der Mechanik durch Newton im Jahr 1686. Als Pioniere genannt seien B. Franklin, 1750 (er erkennt, daß es zwei Ladungstypen gibt, die er postiv(+) und negativ(-) nennt) und C. Coulomb, 1785 (untersucht quantitativ die Kraft zwischen elektrischen Ladungen mit Hilfe der von ihm entwickelten "Coulomb-Waage"). Diese Entwicklungen fanden ihren krönenden und vorläufigen Abschluss mit der Aufstellung der "Maxwell-Gleichungen" durch J.C. Maxwell um ca. 1860, mit denen alle bis dahin bekannten elektromagnetischen Phänomene beschrieben und berechenbar wurden.

Die systematische Erforschung setzte überhaupt erst im Barock ein, als man auch andere Materialien wie Glas oder Schwefel fand, die sich durch Reibung in einen "elektrischen" Zustand versetzen ließen.

Im Barock wurde die Elektrizität hoffähig und Spiele mit den elektrischen Erscheinungen das Amusement der gehobenen Gesellschaft. Prinzen, Fürste und Könige kamen in die Kabinette der Physiker, um die neuen und sonderbaren Erscheinungen zu bestaunen. Bei Gastmahlen wurde mit den geheimnisvollen Erscheinungen " gezaubert ".
Elektrizität konnte schon durch Fäden und Drähte fortgeleitet werden, große und leistungsfähige Elektrisiermaschinen erzeugten zentimeterlange Funken, die selbst durch einen Menschen oder einen Eiszapfen hindurchgeleitet -Weingeist entzünden konnten. Die blitzenden Funken und der Knall, den sie hervorriefen, erinnerten an das Feuer der Kanonen. Dieser Vergleich führte den amerikanischen Physiker und Staatsmann Benjamin Franklin (17061790) auf die Einführung des Begriffs der "elektrischen Ladung", die sich wie eine geladene Kanone laut knallend und mit Funkenschlag entlud.
Man begann, Zusammenhänge zwischen den Funken einer elektrischen Entladung und den Himmelserscheinungen bei einem Gewitter zu vermuten. Waren Blitze riesige Entladungsfunken? Viele Experimente wurden zur Klärung dieses Problems angestellt. Wie hatte sich damit die Auffassung von den Naturgewalten seit der Antike verändert! Nicht mehr zornige Götter veranlassten den Donner, sondern Funkenentladungen. Die Versuche mit dem Gewitter waren jedoch gefährlich und kosteten Menschenleben

Weniger gefährliche Experimente stellte der französische Oberstleutnant Charles August de Coulomb (173 6 1806) an. Er versuchte zu bestimmen, wie die Kraft zwischen zwei elektrischen Ladungen von der Entfernung abhängt. Von Anfang an war er davon überzeugt, dass diese Kraft genau wie die -Gravitation mit dem Quadrat der Entfernung der Körper voneinander abnehmen würde. Die Experimente mit einer eigens dazu erfundenen Drehwaage bestätigten bald diese Vermutung.
Josef Priestley kam in England etwa zur gleichen Zeit zu denselben Ergebnissen. Ein noch völlig neues Gebiet der Elektrizität erschloss sich, als Luigi Galvani (1737 1798) im Jahre 1780 einige tote Frösche in die Nähe seiner Elektrisiermaschine brachte. Als er sie während der Funkenentladung zufällig mit einem Messer berührte, begannen die Frösche zu zucken. Außerdem begannen die Froschbeine zu zucken, wenn Galvani sie mit zwei verschiedenen Metallen berührte, auch wenn keine Elektrisiermaschine in der Nähe war. Sein Kollege Alessandro Volta (1745 1827) konnte bald in Pavia zeigen, daß auch dabei die Elektrizität im Spiel war, da die Entladung eines Kondensators zu den gleichen Bewegungen der Frösche führte.